Wer das nicht kennt … – Impuls 2016 – 3

Claudia VelzImpulse (Blog)7 Comments

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Wer das nicht kennt, der kann das nicht verstehen …

Dem stimme ich voll und ganz zu:

Wer nie eine Depression, eine Fybro oder einen Hexenschuss hatte, der weiß nicht wirklich, wie das ist.

Wer nie eine Abhängigkeitsbeziehung gelebt hat, in der er geschlagen, betrogen und belogen wurde, der in dieser Beziehung bleibt, obschon sie ihm nicht gut tut, der weiß nicht wie das ist.

Wer nie ein Kind verloren hat, der weiß nicht, wie es ist. 

Ich habe es schon erlebt, dass man mir es zum Vorwurf gemacht hat, dass ich das ja nicht verstehen könne, weil ich das ja nicht kennen würde. Und ich habe schon erlebt, dass jemand mir gesagt hat: Ich wünsche dir, dass du das auch mal erleben musst, dann wirst du mich verstehen.

Diese Sehnsucht, verstanden zu werden scheint mir in dem Moment gewichtiger zu sein, als der Wille da raus zu kommen. Ich würde auch nach Menschen suchen, die ähnliches erlebt haben (denn zwei Geschichten sind nie geanu gleich), aber ich würde nicht dabei stehen bleiben. Ich würde nach Menschen und Geschichten suchen, die es geschafft haben, ihre Krankheit zu heilen, ich würde Vorbilder, Anker und Leuchttürme suchen. Ich würde meinen Geist mit Erfolgsgeschichten tränken, bis er den Widerstand aufgibt.

Ich würde mich nur mit dem Satz „das ist halt meine Krankheit, damit muss ich leben“ arrangieren, wenn ich mich wirklich damit arrangieren wollte, weil er bequem wäre und mir gerade gut in den Kram passen würde.

Ansonsten will ich ganz bewusst nicht so hilflos und aufgebend denken und fühlen. Ich will es nicht so sehen, wie diese Menschen, die keinen Ausweg finden. Ich will immer an eine Veränderung glauben können. Ich will immer nach einer Verbesserung suchen. Ich will immer von den Menschen lernen, die es geschafft haben. Ich will ihre Geschichten lesen und ihre Erfahrungen kennen, um dann meine eigenen zu machen. Ich will suchen, finden, kämpfen, erfahren, loslassen und neu anfangen, weitermachen. Das bin ich.

Manchmal will ich Menschen rütteln und schütteln, wenn sie in meinen Augen sich selbst zu früh aufgeben, sich zu machtlos fühlen und doch in meinen Augen so viele Optionen haben, wenn sie sich in ihrem Elend gemütlich einrichten, weil es auf einer anderen Seite einfach so bequemer ist … Ich aber will wachrütteln, aufschütteln, provozieren und anstoßen. Meine Mimik, mein Ton, mein Temperament spielen mit.

Denn ich glaube für euch alle mit: Es gibt immer einen Weg, eine Lösung, einen Lichtblick. Und ich glaube an euch, die ihr aufgeben wollt, dass ihr diesen Lichtblick findet und er euch.

Aber wer das nie erlebt hat, der weiß vielleicht einfach nicht, wie das sein könnte. Und genau deshalb würde ich nach Menschen suchen, die mir zeigen und vorleben können, wie es sein könnte. Leuchttürme, Lichtblicke, Anker …

 

 

 

 

7 Comments on “Wer das nicht kennt … – Impuls 2016 – 3”

  1. Jetzt mus ich schmunzeln 🙂 Hm Klingt ganz gut…nur wo anfangen???
    Ist vieleicht eine überlegung wert 🙂

    1. Ein Satz reicht zum anfangen, davon bin ich einfach überzeugt … Der Rest findet dich, wenn der Zeitpunkt dafür reif ist … Ich freu mich schon drauf! 🙂

      1. Dan werde ich das mal versuchen 🙂 Meine grosse Tochter sagte auch schon …fang einfach mal an vielecht hilft es anderen Menschen 🙂

  2. Das ist sehr gut geschrieben, ich selber weis nur zu gut wie das ist, oder wie sich das anfühlt,wen Menschen nicht verstehen können wie es einem geht. Ich habe Depressionen,ja auch ich habe ein Kind verloren und Ja ich habe schon viele schicksalsschläge gehabt und ich Lebe mal gut mal schlecht damit….für mich ist aufgeben keine Option. Ich kämpfe mich immer wieder zurück……Einem der es nicht versteht wünsche ich diese dinge nicht..ich versuche jedem der mich fragt zu erklären warum es so ist bei mir wie es ist…..man braucht nur fragen 🙂

      1. Bitte 🙂 Zur Zeit ist wieder sehr viel in Bewegung, und ich hoffe das einiges Positiver ausgehen wird 🙂

        Ich warte noch auf eine Entscheidung (Krankenkasse) wenn ich da bescheid habe geht es schon besser…am 24.02 werden es 2 jahre nach meinem schweren Autounfall…..Und ich bin Dankbar das ich noch Lebe ich hatte sehr viele Schutzengel das sagten sogar die ganzen Ärzte……lange geschichte…Könnte Bücher schreiben über die ganzen höhen und tiefen in meinem Leben….Ich bin manchmal selber ganz erstaunt das ich das alles so weit geschafft habe.

        Wie sagte ein guter Mensch immer zu mir??? „alles wird gut“

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