Einen Schritt weiter denken, reden, gehen … Impuls 2 – 2016

Claudia VelzImpulse (Blog)3 Comments

Spuren im Sand

„Weißt du, bei mir passiert gerade das und das …. und es fühlt sich nicht gut an.“ – „Das kenne ich auch ganz gut!“ – Diese Antwort auf eine unserer Leidensgeschichten nimmt uns sofort in die Arme, tröstet und verbindet uns mit dem anderen, der das gleiche Schicksal kennt. In einem ersten Schritt tut dieser Satz uns scheinbar gut. Gehört, verstanden und angenommen werden, das schenkt ein Geborgenheitsgefühl.

Wenn dieser Satz oder Gedanke als letzte Energie so stehen bleibt und womöglich der andere auch noch seine ähnlichen Erlebnisse schildert, immer noch in der verbindenen Energie „du bist nicht alleine mit diesem Schicksal“, dann wird das Leid auf unterbewusster Ebene als gewünschtes Zielergebnis oder Zielerlebnis verankert.

Früher habe ich Bücher verschlungen und geliebt, wenn jemand mir Geschichten erzählte, in denen ich einen Teil meiner selbst wiederfand. Diese Geschichten berührten mich umso mehr, wenn ich in der Gegenwart noch mitten in der Thematik steckte. Und teilweise ist das auch heute noch so.

Aber ich habe gelernt und damit bewusst gemacht, dass eben genau dieses sich immer die gleichen (Elends-)Geschichten erzählen und vorjammern, die Dinge nur festzementiert und festmauert, wenn man dabei stehen bleibt.

Natürlich kann man ein trauriges Ereignis nicht mit einem fröhlich-frechen Grinsen im Gesicht erzählen. Und manche Ereignisse sind und bleiben einfach traurig. Aber viele unserer Elendsgeschichten könnten mit Leichtigkeit eine positive Wende nehmen, könnten einen hoffnungsvollen Lichtblick finden, ein Gefühl von Optimismus und von Lösungssuche, wenn wir nach unserer Elendsgeschichte einen Zusatz dranhängen würden, wenn wir einen Schritt weiter denken, reden und handeln würden.

wenn z.B. nach dem Satz: „Ich habe meinen Job verloren und ich weiß jetzt nicht, wie ich finanziell über die Runden kommen soll“ der Zusatz käme „aber ich suche nach einer Lösung.“

Wie fühlt sich euer Energiesystem an mit der Initialaussage ohne den Zusatz und wie fühlt es sich an mit dem Zusatz? Man könnte meinen, dass es doch logisch ist, nach einer Lösung zu suchen und dass man dies nicht unbedingt erwähne muss, aber die Suche nach der Lösung auch laut auszusprechen und damit den Schlusspunkt der Aussage auf die Lösung zu richten, hat zweifelsfrei meist und immer eine intensivere Kraft.

Zusätze lassen sich ganz leicht finden.

„Ich bin immer so depri drauf und finde kein Ziel, für das es sich zu leben lohnt“ – möglicher Zusatz „aber ich bin ein Steh-auf-Männchen und ich weiß, das geht vorbei“ oder „aber ich wünsche mir Klarheit und Optimismus“ oder „aber ich bin offen für Neues und Alternativen“ – oder „aber ich bin stark“ oder „aber heute ist ein neuer Tag“ ….

„Mein Sohn lernt nicht für die Schule und hat nur Spielen im Sinn“ – möglicher Zusatz „aber ich traue ihm zu, dass er seine Zeit richtig einteilen kann“ – „aber ich weiß, dass er die Schule schaffen will“ – „aber wir haben ein Arrangement ausgehandelt, an das wir beide uns halten wollen“ oder …

„Bei mir ist Krebs diagnostiziert worden und ich habe Angst“ – Zusatz „Ich weiß nicht, was kommen wird, aber ich glaube an Heilung – oder ich will an Heilung glauben können.“ (Woran wir glauben und woran wir nicht glauben, ist im Grunde genommen immer nur eine persönliche Entscheidung: Woran will ich glauben? Und wenn ich spüre, dass ich nicht wirklich an Heilung glauben kann, dann setze ich ein „will können“ in den Zusatz, weil ich trotzdem an Heilung glauben können will. – und dann kann man gerne noch erweitern: weil die Hoffnung mir gut tut, weil ich leben will, weil ich die Geburt meiner Enkelkinder noch erleben will, weil ich noch Träume habe, weil Krebs heilbar ist, weil ich meinem Körper Heilung zutraue, weil ich daran glaube, die für mich richtige Therapie zu finden, weil … )

Lasst uns noch bewusster hinter unsere Geschichten, unsere Erzählungen von Problemen und Leiden immer einen Lichtblick setzen, immer einen Blick nach vorne, einen Silberstreif am Horizont, immer einen hoffnungsvollen Schritt weiter denken, reden und gehen …

 

3 Comments on “Einen Schritt weiter denken, reden, gehen … Impuls 2 – 2016”

  1. Schöner Impuls und guter Hinweis mit den Zusätzen. Werde es ausprobieren um Positivität im Gespräch hervorzuzeigen

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